Einmal gehackt ist einmal zu viel

Genau vor einer Woche bekam ich eine SMS von einer Freundin. Sie fragte mich, ob ich in Großbritannien wäre, meine Tasche verloren hätte und Geld bräuchte. Das kam mir ziemlich seltsam vor und machte ein ungutes Gefühl.

Da ich kein Smartphone besitze und kein mobiles Internet habe, konnte ich erst zu Hause am Rechner sehen, was es damit auf sich hatte. Tatsächlich hatte jemand meinen Mailaccount gehackt und bereits mein Passwort sowie alle anderen Sicherheitsabfragen geändert. Dieser Jemand schickte fröhlich Mails an meine Familie und Freunde und bat um Geld für Hotel und Rückreise aus dem Ausland.

Im ersten Moment fühlte ich mich geschockt, zittrig, hilflos. Was würde und konnte diese Person alles anstellen? Ich versuchte irgendwie Kontakt zum Kundenservice meines Mailanbieters aufzunehmen. Doch für kostenlose Mailadressen gibts da nur eine Telefonnummer vom deutschen Festnetz. Ich habe kein Festnetz. Also klingelte ich bei meinem Nachbarn, der mir freundlicherweise sein Telefon borgte (ich hab wirklich sehr liebe Nachbarn, für die ich echt dankbar bin!), allerdings konnte ich niemanden erreichen und hörte lediglich ein Besetztzeichen.

Letztendlich verbrachte ich den gesamten restlichen Tag damit auf sämtlichen Accounts die Mailadresse zu ändern und bei der Gelegenheit auch gleich alle Passwörter zu erneuern. Es war so ätzend! Auf jeden Fall lehrte es mich, bewusster mit Daten umzugehen.

Am nächsten Tag erreichte ich endlich den Kundenservice von meinem Arbeitsplatz aus und der Mailaccount wurde gesperrt. Erleichterung…

Nun habe ich wieder Zugriff auf mein Postfach und habe mir den ganzen Müll dort angeschaut. Offensichtlich ging das Ganze nicht über diese recht harmlose Rundmail hinaus. Peinlich nur, dass auch sämtliche Behörden und Kundendienste, die ich jemals angeschrieben habe, diese Mail bekommen haben.

Lästig aber Glück gehabt. Es hätte schlimmer kommen können. Zu Beginn war ich auch ziemlich sauer auf diese Person. Nun denke ich, wie verzweifelt muss man sein, um so etwas zu tun. Ich glaube fest daran, dass niemand als Arschloch geboren wird und wünsche diesem Jemand, dass sich sein Leben zum Guten wendet (ohne dabei einem anderen zu schaden).

Ho`oponopono

Es tut mir leid

Bitte vergib mir

Ich liebe dich

Danke

3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Grinsekatz sagt:

    Glück im Unglück … kryptische Passwörter können helfen.

    L.G., Reiner

    Gefällt mir

    1. Julia sagt:

      Ja, ich hab mir bei den neuen echt Mühe gegeben 🙂

      Gefällt 1 Person

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